Oldenburger Verein „Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti e.V.“ - Waisenhaus für Erdbebenopfer in Haiti

 

Am 12. Januar ist für Millionen Menschen in Haiti die Welt untergegangen. Das bislang stärkste Erdbeben in der Geschichte des karibischen Inselstaates forderte nach Schätzungen der Vereinten Nationen mindestens 217.000 Todesopfer und 300.000 Verletzte, von insgesamt neun Millionen Einwohnern sind derzeit rund 1,2 Millionen obdachlos oder leben in Notunterkünften. Am schlimmsten betroffen sind die Kinder: Der britischen Kinderhilfsorganisation Save The Children zufolge sind derzeit zwei Millionen Kinder akuter Gefahr ausgesetzt – durch Hunger, Verletzungen und Krankheiten, durch die Trennung von ihren Familien, durch psychische Traumatisierung, durch Missbrauch, Gewalt und Menschenhandel.

Spendenaktion „Zweites Waisenhaus“: ALTERNAID verdoppelt Beiträge  

Trotz massiver internationaler Unterstützung ist der Spendenbedarf nach wie vor enorm hoch. Für ein Hilfsprojekt mit einem ganz konkreten Ziel setzt sich nun die Lindener Stiftung ALTERNAID ein: Der Oldenburger Verein „Timoun an Ayiti – Kinder in Haiti e.V.“ betreibt bereits seit zehn Jahren ein Waisenhaus in Haiti. Aufgrund der akuten Notlage baut der Verein seine Betreuung aus und richtet ein zweites Kinderheim für Erdbeben-Waisen ein. ALTERNAID hat bereits die notwendigen Mittel zur Ausstattung des neuen Waisenhauses sowie die Betriebskosten für ein Jahr übernommen. Der Verein benötigt jedoch dringend weitere Geldmittel, um die Unterhaltskosten wenigstens mittelfristig decken und somit die Zukunft des Projektes sichern zu können. Erforderlich sind dafür zunächst rund 50.000 Euro. Daher bitten „Kinder in Haiti e.V.“ und ALTERNAID gemeinsam um Spenden für ihr Kooperationsprojekt „Zweites Waisenhaus“. Damit der Zielbetrag möglichst bald zusammenkommt, verdoppelt ALTERNAID alle eingehenden Privatspenden bis zur Gesamthöhe von 50.000 Euro aus den eigenen Stiftungsmitteln. Gibt ein Spender also beispielsweise 100 Euro, legt ALTERNAID weitere 100 Euro dazu, sodass dem Projekt insgesamt 200 Euro zugutekommen.

Das erste Waisenhaus in Cap Haitien

Schon vor der Erdbebenkatastrophe war die Situation für Waisen in Haiti problematisch. 
Der Inselstaat gilt als das Armenhaus der westlichen Hemisphäre, 80 Prozent der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze. „Kinder in Haiti e.V.“ engagiert sich bereits seit zehn Jahren in Haiti, ist mit der Situation und mit den Menschen vor Ort vertraut und kann bei der Einrichtung des neuen Waisenhauses auf bereits bestehende organisatorische Strukturen aufbauen.

Für ein Zuhause in der Heimat: Hilfe braucht Helfer vor Ort   

Der aus sieben Mitgliedern bestehende Verein unterhält seit 2000 sein erstes Waisenhaus in der Hafenstadt Cap Haitien ausschließlich mit Hilfe von Spendengeldern. Hier an der Nordküste Haitis, rund 200 Kilometer vom Erdbebenzentrum nahe der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt, leben derzeit 23 Kinder im Alter von vier bis siebzehn Jahren zusammen mit zwei Betreuerinnen. Neben einer sicheren Unterkunft und regelmäßiger Ernährung bietet das Waisenhaus den Kindern hygienische Verhältnisse, medizinische Versorgung, pädagogische Betreuung und den Besuch öffentlicher Schulen. Nichts davon ist in Haiti selbstverständlich. Um den Kindern eine eigenständige Zukunft nach dem Waisenhaus zu ermöglichen, begleiten die Heimmitarbeiter sie in Anlern- und Ausbildungsverhältnisse. 

„Kinder in Haiti e.V.“ koordiniert die Hilfe vor Ort in enger Zusammenarbeit mit einem Team haitianischer Mitarbeiter. Die Sekretärin der Deutschen Welthungerhilfe in Haiti vertritt die finanziellen und organisatorischen Interessen des Vereins vor Ort und stellt sicher, dass die Spenden ohne unnötige Verwaltungskosten direkt dem Waisenhaus und den Kindern zukommen. Reisekosten und Spesen bezahlen die Vereinsmitglieder aus eigener Tasche.

Auf eigene Kosten ist auch Vereinsmitglied Ludger Kortmann seit dem 24. Februar in Cap Haitien, wo nun möglichst bald das zweite Waisenhaus eingerichtet werden soll. Bis zu zwanzig Kinder, die ihre Eltern durch das Erdbeben verloren haben, bekommen hier ein neues Zuhause. Der Oldenburger Verein setzt bewusst darauf, dass die Kinder in ihrer vertrauten Heimat bleiben, wo sie von Menschen betreut werden, die ihre Kultur kennen und ihre Sprache sprechen. Kortmann begleitet das Projekt und sucht derzeit gemeinsam mit der Leiterin des bestehenden Waisenhauses und mit dem sechzehnjährigen Heimkind Junior nach einem geeigneten Domizil. Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut weiß um die speziellen Notlagen und Bedürfnisse traumatisierter Kinder. Er ist auch deshalb vor Ort, um das Heimpersonal entsprechend vorzubereiten und anzuleiten.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter

www.kinderhilfe-haiti.de